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Kaufratgeber Espressomaschine

Was unterscheidet Espressomaschinen voneinander? Und welche Maschine passt am besten zu deinen persönlichen Ansprüchen?

Hinter Angeboten von Espressomaschinen verbergen sich häufig verwirrende technische Bezeichnungen. Doch was sind eigentlich Einkreiser, Zweikreiser und Dualboiler? Und welche Maschine passt zu den eigenen Trinkgewohnheiten? Wir versuchen Licht ins Dunkel zu bringen und auf verständliche Art und Weise die Unterscheidungsmerkmale von Espressomaschinen darzustellen. Dabei liegt der Fokus auf drei Elementen: der Pumpe, dem Kessel bzw. Wärmetauscher und der Brühgruppe.

Unsere Favoriten

In diesem Video kannst du unsere Favoriten aus dem Espressomaschinentest in Aktion erleben. Darüber hinaus erklären wir dir, welche Maschine am besten zu deinem Nutzerverhalten passt!

Welche Espressomaschine eignet sich am besten?

Um das Getränk zu zaubern, das wir alle so sehr lieben, wird zunächst Wasser in einem Kessel oder mittels Durchlauferhitzer auf ca. 90 °C erhitzt. Anschließend wird es unter einem Druck von etwa 9 Bar durch feines Kaffeepulver gepresst. Der nötige Druck wird dabei entweder durch einen Hebel oder eine Pumpe erzeugt. Da ein vollmundiger Espresso die Basis vieler leckerer Milchgetränke ist, verfügen Espressomaschinen fast immer auch über eine Dampflanze, mit der man cremigen Milchschaum erzeugen kann. Eine Espressomaschine produziert also einerseits heißes Wasser für den Espresso und andererseits Wasserdampf für den Milchschaum.

Da diese beiden Prozesse unterschiedliche Anforderungen an die Espressomaschine stellen, beginnt die Auswahl der richtigen Maschine mit einer Frage an dich selbst:

Wie oft will ich Milchgetränke mit meiner Espressomaschine zubereiten?

Wenn dein Fokus auf dem klassischen Espresso liegt und du nur für den Sonntagsbesuch einen Cappuccino zubereitest, solltest du dich nach einem Einkreiser umschauen. Ein Zweikreiser ist die richtige Wahl, wenn du und der Rest der Familie regelmäßig Milchgetränke trinken. Der Thermomix unter den Espressomaschinen ist der Dualboiler. Diese Maschinenart ermöglicht die absolute Optimierung deines Espressos und jeglicher Milchgetränke, lohnt sich aber erst für richtige Perfektionisten.

Tipp: Eine Espressomaschine ist erst dann für den Espressobezug ausreichend erhitzt, wenn die Brühgruppe richtig heiß ist. Wenn du morgens nicht so viel Zeit zum Warten hast, lass heißes Wasser durch die Brühgruppe laufen, so erhitzt sie sich schneller.

Der Aufbau einer Espressomaschine

Die Pumpe

Espressomaschine Innenansicht

Der Kessel

Espressomaschine Kessel

Die Brühgruppe

Bruehgruppe Espressomaschine

Die Pumpe - das treibendende Element

Das Prinzip der ersten Espressomaschinen von Bezzera findet sich noch heute preisgünstig in vielen Küchen und verkündet mit Blubbern und Zischen frischen, starken Kaffeegenuss. Durch Hitze entsteht in der Mokkakanne eine Mischung aus Wasser und Dampf, welche den nötigen Druck für den Brühvorgang erzeugt. Die Schattenseite dieser Methode ist die zu hohe Temperatur jenseits der 100 °C, wodurch Stoffe, die sich sonst nicht lösen würden, dem Kaffee einen bitteren Geschmack verleihen.

Abgelöst wurde das Prinzip 1945 von einer Erfindung Achille Gaggias – die Handhebelmaschine war geboren und eine Trennung des Druckaufbaus von der Temperatur bescherte der Welt durch einen schonenden Brühvorgang mildere Espressos. Mit Muskelkraft stemmt sich der Barista gegen eine Feder im Inneren des Kolbens und baut somit Druck in der Brühkammer auf. Diese kunstvolle Art der Zubereitung findet sich noch heutzutage in vielen italienischen Cafébars, denn die Bedienung des Hebels erfordert viel Geschick, um in der Tasse konsistente Resultate zu zaubern. Zudem schwören Connaisseurs auf die einzigartige Entfaltung der Aromen italienischer Röstungen durch das spezielle Druckprofil der Handhebelmaschine.

Espressomaschine Innenansicht
Pumpe Espressomaschine

Hersteller heutiger Espressomaschinen setzen überwiegend auf elektrisch betriebene Pumpen

Dabei gibt es zwei Systeme, die kurz beleuchtet werden sollen: Die Vibrationspumpe dominiert das Segment der Haushaltsmaschinen, da sie preiswerter und platzsparender ist. Laut eines Vergleichstests steht diese Variante einer wesentlich teureren Rotationspumpe geschmacklich in nichts nach. Den höheren Preis rechtfertigt die Rotationspumpe zum einen durch eine wesentlich höhere Kapazität, wodurch sie mehrere Brühgruppen mit konstantem Druck versorgen kann, und zum anderen in besserer Robustheit und Laufruhe. Besonders aufgrund letzterer Merkmale ist sie auch für den anspruchsvollen Heimbarista interessant.

Der Kessel - das Herzstück einer Espressomaschine

Eine grobe Einteilung ermöglicht die Betrachtung eines der wichtigsten Komponenten: der Kessel. Bei der Wahl sollten die eigenen Trinkgewohnheiten stets bedacht werden: richte ich meinen Fokus auf den Bezug von Espressi oder möchte ich für mich oder sogar mehrere Gäste Milchgetränke servieren?

Der Kessel beinhaltet das Wasser für das Brühen der Espressos bzw. den Dampf zum Schäumen der Milch. Diese werden durch ein Heizelement auf die ideale Temperatur gebracht, die möglichst konstant gehalten werden sollte – hilfreich sind dabei vor allem Merkmale wie eine P. I. D. Temperatursteuerung oder ein isolierter Kessel. Ein weiterer Faktor ist die Größe des Kessels mit welcher sich die Kapazität des Wasser- und Dampfbezugs erhöht.

Espressomaschine Kessel
Espressomaschine Kessel

Der Einkreiser

Bei Einkreiser-Espressomaschinen bildet ein einziger Kessel den Kern und beliefert Brühgruppen und Dampflanzen zugleich. Damit gehen starke Einschränkungen einher, sollte nicht nur der Bezug von Espressi, sondern auch von Milchgetränken, wie z. B. Cappuccino oder Latte Macchiato, gewünscht sein. So ist die optimale Temperatur für die Brühgruppen bei um die 90 °C angesiedelt, doch die Entstehung des nötigen Dampfs für einen samtigen Milchschaum überschreitet bei weitem die 100 °C. Da nicht zwei verschiedene Temperaturen gleichzeitig in einem Wasserkreis existieren können, muss die Temperatur des Kessels beim Wechseln von Brühwasser- zu Dampfbezug durch Aufheizen angepasst werden. Somit kann die resultierende Wartezeit zwischen den zwei Bedienungsmodi ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung sein.

Der Zweikreiser

Die Funktionsweise des Zweikreisers umgeht diesen Engpass bei der Zubereitung von Milchgetränken. Ein großer Kessel mit heißem Wasser für den Teebezug und satten Dampf zum Milchschäumen bildet den ersten Wasserkreislauf mit Temperaturen von über 100 °C. Dieser umgibt eine kleine Wasserkammer, in welche frisches kaltes Wasser vom Tank oder Festwasseranschluss strömt. Beim Durchlaufen des wesentlich heißeren Dampfkessels heizt sich dieses Wasser auf die ideale Brühtemperatur auf. Diese bestimmt sich durch Kombination der Durchlaufzeit und Umgebungstemperatur. Somit wird der gleichzeitige Bezug von Brühwasser und Dampf ohne störende Wartezeiten ermöglicht. Achtung ist geboten, sollte längere Zeit kein Espresso bezogen werden, da das Wasser in der Kammer bei längerem Stillstand die Temperatur des Dampfkessels annimmt, welche weit über der Idealtemperatur liegt. Gelöst wird dieses Problem am besten damit, Wasser über den Brühkopf abzulassen. Dies füllt die Kammer vor dem Brühvorgang mit frischem, kalten Wasser.

Der Dualboiler

Der Dualboiler ist eine relativ neue Errungenschaft der Kaffeewelt – zwei separate Kessel für Brühwasser und Dampf ermöglichen vollkommen neue Dimensionen der Kapazität und Kontrolle. Espresso und Dampf können bei professionellen Dualboiler-Maschinen fast endlos und gleichzeitig bezogen werden, ohne Schwankungen in Druck oder Temperatur hinnehmen zu müssen. Zudem können Druck und Temperatur beider Kreisläufe individuell angepasst werden.

Die Brühgruppe - das letzte Glied in der Kette

Schließlich bestimmt noch die Brühgruppe über die Qualität in der Tasse. Hierbei setzt Faema seit 1961 mit der E61 den Standard – diese besteht hauptsächlich aus drei revolutionären Elementen. Eine spezielle Mechanik aus Federn und Ventilen ermöglicht das Ableiten des verbleibenden Drucks nach dem Brühvorgang. Zudem ergibt sich die Möglichkeit einer Präinfusion, bei welcher nicht sofort heißes Wasser mit hohem Druck auf das Kaffeepulver trifft, sondern zuvor eine kleine Menge Wasser mit wenig Druck das Kaffeepulver festigt und vorquellen lässt. Schließlich noch das Element der Thermosyphon – hierbei wird ein Wasserkreislauf vom Kessel durch die Brühgruppe geleitet, wodurch diese stets optimal beheizt ist. Nur bei zu langem Stillstand des Wassers durch seltenen Espressobezug (vgl. mit dem Zweikreiser) kann diese überheizen und ein vorheriger “Flush” ist notwendig.

Bruehgruppe Espressomaschine
Bruehgruppe Espressomaschine

Sonstige wichtige Begriffe oder Funktionen

Pressostat

Der Pressostat ist ein Druckregler, der im Kessel von Zweikreisern oder im Dampfkessel von Dualboilern verbaut ist. Bei Druckabfall bewirkt der Pressostat die Einschaltung der Heizung und reguliert somit indirekt die Temperatur.

Hysterese

Die Hysterese wird häufig als Synonym für die Spannbreite an möglichen Temperaturen, die sich durch die Bimetall-Thermoschalter bei Einkreisern ergeben, verwendet. Eine große Hysterese bedeutet also eine große Spannbreite an möglichen Kesseltemperaturen, was für die Anwendung eines P. I. D. sprechen würde.

Expansionsventil oder Überdruckventil

Damit der gewünschte Brühdruck von ca. 9 Bar nicht überschritten wird, öffnet sich das Expansionsventil bei Erreichen dieses Druckes und leitet überschüssiges Wasser ab. Dadurch schützt es außerdem den Kessel, die Pumpe und unterschiedliche Leitungen.

58 mm Siebträger

Du solltest außerdem darauf achten, dass der Siebträger deiner Espressomaschine dem Industriestandard von 58 mm entspricht. Kleinere Durchschnitte sind häufig unpraktisch, da sie mit maximal 14-15 mg Espressopulver befüllt werden können und deswegen deinen geschmacklichen Spielraum leicht eingrenzen. Darüber hinaus findest du für 58 mm eine größere Auswahl an Ersatzteilen und Tampern.

Automatisches Abschalten

Erfolgt bei Wassermangel im Tank. Diese Funktion erklärt sich von selbst und ist bei Maschinen mit kleineren Wassertanks besonders sinnvoll und wirkungsstark. Denn wie häufig vergisst man den Tank vor dem Benutzen der Maschine zu kontrollieren? Wenn kein Wasser mehr vorhanden ist, kann der Kessel überhitzen und das Material beschädigt werden.

Fazit

Bei der Entscheidung, welche Espressomaschine am besten die individuellen Anforderungen erfüllt, empfiehlt es sich vorerst nach der Art des Kessels zu sortieren. Einkreiser sind der preisgünstige Einstieg in die Welt schmackhafter Espressos, zeigen aber auch schnell ihre Schwäche, sollten einmal mehrere Cappuccinos in kurzer Zeit zubereitet werden. Gute Zweikreiser ab ca. 1.000 € lösen das Problem. Dualboiler lohnen sich erst für richtige Perfektionisten oder bei Herstellung zahlreicher Heißgetränke.

Für die weitere Auswahl haben wir ein sorgfältig selektiertes Sortiment zusammengestellt, das durch renommierte Hersteller und höchste Qualität besticht. Einzelne Produkte bedienen besondere Ansprüche, wie z.B. die Bezzera Unica als Espressomaschine mit P.I.D. unter 1.000 € oder die Profitec Pro300 als günstiger Dualboiler unter 1.400 €.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Die passende Mühle sollte mindestens den gleichen Stellenwert wie die Espressomaschine einnehmen, da nur ein gleichmäßiges Mahlgut zu einem guten Espresso führt.

Espressomühlen im Test

Der wichtigste Pflasterstein auf dem Weg zum perfekten Espresso ist die Espressomühle. Leckerer Espresso fängt sicherlich mit einer guten Bohne an und wird von einer guten Espressomaschine vollendet. Die Rolle der Mühle wird dabei aber meistens unterschätzt. Wie immer gibt es auch hier Superhelden und Nieten. Wir haben 10 Espressomühlen getestet und stellen dir hier unsere Favoriten vor!

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